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PROJEKTBEISPIEL 2: Das Recht auf Eigentum verankern

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Das Recht auf privaten Grundbesitz existiert in Kambodscha seit 1989. Bis heute sind jedoch erst ein Fünftel der Landparzellen vermessen und im Grundbuch eingetragen. Da die große Mehrheit der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt, ist der gesicherte Zugang zu Land von existenzieller Bedeutung.

Viele Bauern werden zum Spielball politisch oder wirtschaftlich einflussreicher Gruppen, die Ansprüche auf ihre Grundstücke geltend machen. Nur wenige Bauern verfügen über ausreichende Rechtskenntnisse, um ihre Ansprüche vor Gericht durchsetzen zu können. Die unsichere Rechtslage hat außerdem dazu geführt, dass es inzwischen bei einer Vielzahl von Gerichtsprozessen in Kambodscha um Landkonflikte geht.

Der wachsende Druck auf die Ressource Land verschärft die ohnehin schon schlimme ländliche Armut, zumal es für einen Bauern ohne Land kaum alternative Einkommensmöglichkeiten gibt. Landlose weichen teilweise in landminenverseuchte Gebiete aus und Bauern investieren aufgrund der fehlenden Rechtssicherheit nicht in ihr Land.

Im Auftrag der Bundesregierung arbeitet die GIZ gemeinsam mit der finnischen und der kanadischen Entwicklungszusammenarbeit daran, den rechtlichen Rahmen im kambodschanischen Landsektor zu stärken. Dabei werden Regierungsbehörden bei der Umsetzung der Landreform beraten. Das Vorhaben fördert auch die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Landnutzungsrechte und den Aufbau einer Fakultät für Landmanagement an der königlichen Universität für Landwirtschaft.


Deutscher Beitrag: 16,3 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: bis Ende 2012