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Ländliche Entwicklung

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Kambodscha erlebt in den letzten Jahrzehnten eine bedeutende wirtschaftliche Entwicklung mit hohen Wachstumsraten. Allerdings profitieren nicht alle Menschen und Regionen von dem Wirtschaftswachstum. Der Fokus des Programmes „Regionale Wirtschaftsentwicklung“ fördert das BMZ im Rahmen einer Kombifinanzierung mit der Schweiz in ärmeren nördlichen Provinzen des Landes nachhaltige lokale Wertschöpfungsketten im Agrarsektor und lokale Selbstverwaltungsgremien. Nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum und Armutsminderung sind von entscheidender Bedeutung für die ärmere ländliche Bevölkerung – insbesondere von Frauen.

Durch einen besseren Zugang zu technischem Know-how und Innovationen können tausende Gewerbetreibende im ländlichen Raum Anbauvolumen und Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte steigern und neue Märkte erschließen. Das Programmfördert eine bessere Zusammenarbeit entlang von Wertschöpfungsketten, öffentlich-private Partnerschaften und die Entwicklung von Unternehmensverbänden. Somit werden Arbeitsplätze und Einkommen geschaffen. Zusätzlich werden diese Maßnahmen durch Kreditprogramme für kleine Unternehmen durch lokale Finanzinstitute unterstützt.

Fehlende Infrastruktur und die damit einhergehenden hohen Transport- und Energiekosten stellen große Hindernisse für ländliche Entwicklung dar. Daher unterstützt das BMZ den Ausbau ländlicher Straßen, Brücken, Märkte und Schulen. Gemeinsam mit der kambodschanischen Regierung sind bereits Straßen in einer Gesamtlänge von 2.100 km finanziert, 72 Brücken, 10 regionale Märkte und 48 Schulen gebaut worden Hierdurch erhalten tausende Kambodschanerinnen und Kambodschaner einen schnelleren und ganzjährigen Zugang zu wichtigen Orten und Einrichtungen. Auch wurden 700 Kilometer an Stromleitungen zu Dörfern gebaut, wodurch 25.000 Familien von einer günstigeren und stabileren Stromversorgung profitieren. Dank einer verbesserten Infrastruktur werden ländliche Haushalte finanziell weniger belastet und verfügen damit über mehr Geld für ihr tägliches Leben.

Sicherer Zugang zu Land ist einer der wesentlichen Voraussetzungen für wirtschaftliche Entwicklung und die Verwirklichungder Menschenrechte. Daher unterstützt das BMZ Umsetzung der kambodschanische Landreform. Dabei fokussiert das Landrechteprogramm auf die Rechte armer und armutsgefährdeter Familien. Ziel ist die Umsetzung einer inklusiven Landreform und der Aufbau eines transparentes Landverwaltungssystem, sicherer Landbesitz für städtische Arme und indigene Gemeinschaften, eine inklusive Raumplanung für ländliche Provinzen, Bezirke und Stadtzentren sowie die Verteilung von Land in Staatseigentum an Landlose und Landarme. Nach 20-jähriger technischer Zusammenarbeit wird das Programm Mitte Juni 2016 beendet.

Aus der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ (SEWOH) unterstützt das BMZ seit 2014 Lebengrundlagen und Ernährungssicherung ehemals landloser und landarmer Haushalte in Kambodscha. Über 3.500 Familien wurden darin unterstützt, Gemüse- und Obstgärten anzulegen sowie Felder mit Marktfrüchten nachhaltig zu bewirtschaften.

Als Unterzeichnerin der Übereinkommen von Oslo und Ottawa unterstützt die Bundesregierung seit 1998 Minenräumung und relevanten Kompetenzausbau in Kambodscha, um die sozioökonomische Entwicklung voranzutreiben. Mit jährlich ca. 1 Million Euro finanziert das Auswärtige Amt humanitäres Minenräumen. Das Projekt wird von der internationalen NRO Apopo umgesetzt. Der regionale Schwerpunkt der letzten Jahre waren die Provinzen Oddar Meanchey und Siem Reap. Das durch Minenräumung erschlossene Land ermöglicht der lokalen Bevölkerung Einkommen zu sichern und eröffnet neue Möglichkeiten für die weitere Entwicklung ihrer Region.

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