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Beziehungen zu Deutschland

15.05.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Mit Kambodscha bestehen seit 1967 diplomatische Beziehungen, die allerdings zwischen 1969 und 1993 unterbrochen waren. auf. Das 50-jährige Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen wurde Ende 2017 im Rahmen verschiedener Veranstaltungen gewürdigt. Die seit 1992 bestehende deutsche Vertretung beim Obersten Nationalrat (ONR) Kambodschas wurde nach den Wahlen 1993 und der Wiedererrichtung des Königreichs Kambodscha in eine diplomatische Vertretung umgewandelt.

Kambodscha und die DDR unterhielten von 1969 bis 1975 und von 1979 bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten diplomatische Beziehungen.

Deutschland unterstützt Kambodscha aktiv in seinem Entwicklungs- und Demokratisierungsprozess. Tragende Säule der bilateralen Beziehungen ist die umfangreiche Entwicklungszusammenarbeit. Außerdem finanziert Deutschland seit vielen Jahren ein Programm zum Minenräumen, trägt zur Erhaltung der Tempel von Angkor bei und unterstützt die Arbeit des Rote-Khmer-Kriegsverbrechertribunals.

Wirtschaftsbeziehungen

Im Jahr 2017 importierte Deutschland aus Kambodscha Waren – hauptsächlich Bekleidung und Schuhe – im Gesamtwert von rund  1.544,6 Mrd. Euro. Bekannte deutsche Abnehmer von Textilien und Schuhen sind Adidas, Puma, Deichmann, C&A, Aldi, Lidl und Tchibo. Damit stieg der Wert der importierten Güter im Vergleich zum Vorjahr um ca. 13,8  %. Die Exporte nach Kambodscha machten dagegen mit 253,7 Mio. Euro nur einen geringen Betrag aus, wenngleich hier eine deutliche Steigerungsrate von ca. 69,1  % erzielt werden konnte. Gemessen am Umsatz aus Ein- und Ausfuhr rangierte Kambodscha auf Platz 56 (Einfuhr) und 98 (Ausfuhr) der Handelspartner Deutschlands für das Jahr 2017 von 239 Handelspartnern.

Die in Kambodscha ansässigen deutschen Geschäftsleute haben sich im „Arbeitskreis Deutsche Wirtschaft“ (ADW) zusammengeschlossen, der als Anlaufstelle für deutsche Geschäftsinteressenten dient und aktive Hilfestellung leistet.

Die Anzahl der einreisenden Deutschen steigt stetig. Im Vergleich zum Vorjahr stieg 2017 die Zahl der deutschen Besucher in Kambodscha um 8,7  % % auf 118.000.

Am 14. April 2002 trat das bilaterale Investitionsförderungs- und Schutzabkommen zwischen Deutschland und Kambodscha in Kraft. Das Abkommen hat unter anderem den Schutz vor entschädigungsloser Enteignung und den Schutz des freien Devisentransfers zum Inhalt.

Entwicklungszusammenarbeit

Schwerpunkte des deutschen Engagements sind die regionale Wirtschaftsentwicklung, die Stärkung des Gesundheitssystems und die Dezentralisierung.

Das Schwerpunktprogramm regionale Wirtschaftsentwicklung konnte die Lebensbedingungen von rund einer Million Haushalte in den ländlichen Regionen verbessern. Dank deutscher Unterstützung hat bessere Infrastruktur im ländlichen Raum das Einkommen der Bevölkerung in den Projektgebieten um über 50  % erhöht und Transportkosten um 40  % verringert. Über 2000 Kilometer instandgesetzte Straßen sind an die Folgen des Klimawandels angepasst und damit auch bei Überflutungen befahrbar.

Das Schwerpunktprogramm Gesundheit hat den Zugang zu guter medizinischer Versorgung verbessert. Die Mütter- und Kindersterblichkeit ist um über zwei Drittel gesunken. Inzwischen werden fast 90  % aller Geburten von qualifizierten Gesundheitsmitarbeitern betreut (2000 waren es 32  %). Arme Menschen haben auch dank deutscher Unterstützung nun kostenfreien Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Der Auf- und Ausbau einer Krankenversicherung für alle Menschen schreitet voran.

Das Schwerpunktprogramm Dezentralisierung stärkt Distrikte und Kommunen bei ihrer Arbeit. Einheitliche Bürgerämter bearbeiten alle Behördenaufgaben gebündelt. Bürgerinnen und Bürger kennen dank Gebührentafeln die Preise für öffentliche Dienstleistungen in den Distriktverwaltungen.

Darüber hinaus unterstützt Deutschland die Arbeit des Rote-Khmer Tribunals mit Projekten zur Aussöhnung und die Minenräumung. Kambodscha ist weiterhin eines der am stärksten mit Landminen sowie Blindgängern belasteten Länder der Welt.  %

Mehrere regionale Projekte ergänzen das entwicklungspolitische Engagement der Bundesregierung in Kambodscha. So haben sich mit deutscher Unterstützung die Arbeits- und Sozialbedingungen in den Fabriken verbessert. Der Mindestlohn in der Textilindustrie steigt stetig und liegt mittlerweile bei 170 US-Dollar pro Monat.

In den Jahren 2017 und2018 investiert die deutsche Entwicklungspolitik rund 37 Millionen Euro in die Verbesserung der Lebensbedingungen in Kambodscha.

Kulturbeziehungen

Schwerpunkte der deutschen Kulturpolitik in Kambodscha sind die Mitwirkung am Erhalt des kulturellen Erbes Kambodschas, die Entwicklung des Hochschul- und Bildungswesens, die Vorstellung deutscher Kultur einschließlich der Förderung der deutschen Sprache in Kambodscha.

Das Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaften der Fachhochschule Köln leistet – unterstützt durch Fördermittel des Auswärtigen Amtes – im Rahmen des „German Apsara Conservation Project“ (GACP) seit mehreren Jahren einen wesentlichen, international anerkannten Beitrag zum Erhalt der weltberühmten Tempelanlagen von Angkor. Dieser umfasst u.a. die Restaurierung der Apsara-Reliefs am Tempel Angkor Wat sowie ein Notsicherungsprogramm zur Erhaltung der Natursteinreliefs an anderen Tempeln in Angkor.

Im August 2016 wurden dem Ehepaar Prof. Dr. Hans Leisen und Frau Dr. Esther von Plehwe-Leisen das Verdienstkreuz 1. Klasse für deren langjähriges Engagement in Bezug auf Konservierungsarbeiten von Weltkulturerbestätten, insbesondere an den Tempelanlagen von Angkor, verliehen. Im Dezember 2017 wurde das 20-jährige Projektjubiläum u.a. durch ein Fachsymposium gefeiert.

In Zusammenarbeit mit dem kambodschanischen Kulturministerium und mit Archäologen des Memot-Centres in Phnom Penh wurden in dem Dorf Prohear in der Provinz Prey Veng seit 2008 Ausgrabungen im Gräberfeld Prohear unter Leitung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) durchgeführt. Die Dokumentation der Fundstücke dauert an. Von 2013 bis 2016 hat die „German Cambodian Conservation School“ Ausbildungslehrgänge für Teilnehmer aus Südostasien durchgeführt.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert den Hochschulsektor durch die Entsendung eines deutschen Langzeitdozenten nach Kambodscha sowie die Vergabe von Kurz- und Langzeitstipendien an kambodschanische Studierende. Im Jahr 2002 wurde mit Unterstützung des DAAD und der Konrad-Adenauer-Stiftung der Studiengang „Medien- und Kommunikations-wissenschaften“ an der Royal University of Phnom Penh neu eingerichtet. Jährlich ermöglicht der DAAD deutschen Stipendiaten - vom Studierenden bis zum Hochschullehrer - einen Aufenthalt in Kambodscha; Kambodschanern wurden zu Studium, Lehre und Forschung in Deutschland verholfen. Auf die Initiative des DAAD und BMZ besuchte 2017 erstmals eine Delegation von 17 hochrangigen Vertretern der ASEAN-Staaten, darunter auch Kambodscha, Deutschland, um vertiefte Einblicke in das deutsche Bildungs- und Entwicklungswesen zu gewinnen.

Die deutsche Sprache und das kulturelle Verständnisses werden durch die Kambodschanisch-Deutsche Kulturgesellschaft e.V., das 2007 gegründete Meta-House, die Art+Foundation und das Sprachlernzentrum gefördert. Die Kulturgesellschaft verfügt über Memoranda of Understanding zur Zusammenarbeit mit dem kambodschanischen Erziehungs- und Kulturministerium. Die Kulturgesellschaft hat bereits bisher –teils mit Unterstützung des Goethe-Instituts, ein vielfältiges Programm des kulturellen Austausches durchgeführt (u.a. Film, Musik, Kunst). Das jährlich im Herbst stattfindende Internationale Musikfestival in Phnom Penh wird regelmäßig von deutscher Seite organisiert und unterstützt.

Die Tuol Sleng Gedenkstätte wird von deutscher Seite in der Aufarbeitung der Khmer-Rouge-Vergangenheit durch museumspädagogische Ansätze und in der Forschung unterstützt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Kambodscha ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der ländlichen Entwicklung, der Aufbau des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung (Good Governance) sind die wichtigsten Themen dieser Partnerschaft. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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